Warum ich eine Webseite wie ein Rasenmäher-Roboter durchgehe

Stell Dir einen Rasenmäher-Roboter vor. Er startet am Rande Deines Gartens. Dann fährt er Bahn für Bahn den Rasen ab. Grashalm für Grashalm, ganz systematisch. Kein Springen. Kein plötzliches Bewegen nach Links oder Rechts. Kein Überspringen von Ecken, die gerade uninteressant aussehen.

So bewege ich mich durch eine Webseite.

Nicht, weil ich ein Roboter bin. Sondern weil ich blind bin.

Und weil mein Screenreader genauso vorgeht wie ein Rasenmäher-Roboter. Er liest alles nacheinander. Vom ersten bis zum letzten  Buchstaben der Navigation oben, von der ersten bis zur letzten Überschrift. Ohne Abkürzungen. Ohne Komplettübersicht auf einen Blick.

Wie ich Webseiten erfasse

Ich nutze einen Screenreader. Das ist eine Software, die mir den Text auf Webseiten vorliest. Ich navigiere mit der Tastatur. Pfeiltasten, Tabulator, Tastenkürzel. So springe ich von Überschrift zu Überschrift, von Link zu Link.

Wenn die Seite gut gemacht ist, funktioniert das ziemlich reibungslos. Dann höre ich: „Überschrift Ebene 1: Herzlich willkommen“. Oder: „Link: Jetzt kostenlos testen“.

Wenn die Seite schlecht strukturiert ist, wird es kompliziert. Dann fehlen mir Wegweiser. Ich verliere die Orientierung. Ich höre einen langen Block Fließtext, ohne Pause, ohne Gliederung. Wie ein Rasenmäher-Roboter, der plötzlich auf eine Hecke fährt und nicht mehr weiß, wo es weitergeht.

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Sehende lesen anders

Du als sehender Nutzer scannst eine Seite. Dein Blick springt. Du siehst Bilder, Farben, große Schriften. Du kannst in Sekunden entscheiden, was interessant ist. Und wo du lieber weiter scrollst.

Ich kann das nicht. Ich kann nicht scannen. Ich kann nur lesen. Linear. Wort für Wort. Element für Element. Wie der Roboter den Rasen.

Das heißt: Alles, was du optisch hervorhebst, muss auch technisch markiert sein. Eine Überschrift muss eine Überschrift *im Code* sein. Nicht nur groß und fett. Sonst überfährt mein Screenreader sie wie ein Stein im Gras.

Zeichnung 2-geteilt: links ein blinder Laptop-User, unter dem in Braille die Buchstaben "SEO" stehen, rechts ein Spinnen-Roboter, der durch Seiten, die in einem Netz hängen, krabbelt. In der Mitte eine goldene Medaille mit der Aufschrift "2 Seiten einer Medaille".

Screenreader und Webcrawler: Zwei Seiten einer Medaille

Ein Screenreader liest den Code der Webseite. Ein Webcrawler wie Googlebot macht das auch. Beide sehen nicht, sie *verstehen* Struktur.

Der Screenreader macht daraus gesprochene Sprache. Der Crawler macht daraus ein Ranking. Beide lieben Ordnung. Beide brauchen klare Wege. Beide bleiben hängen, wenn der Code chaotisch ist.

Und beide gehen linear vor. Genau wie der Rasenmäher-Roboter. Kein Zickzack. Keine Spontanentscheidungen. Eine Linie nach der anderen.

Entferne die Hindernisse – auf dem Rasen und auf der Webseite

Stell dir eine Webseite als Rasenfläche vor. Gut strukturierte Inhalte sind wie sauber gemähte Bahnen. Ich kann ihnen folgen. Ich finde, was ich brauche. Und ich merke, wenn etwas fehlt.

Schlecht strukturierte Seiten sind wie ein wilder Garten. Überall Büsche, Steine, Lücken. Mein Screenreader müht sich ab. Ich verliere Zeit. Und du verlierst mich vielleicht als Nutzer.

Der Rasenmäher-Roboter dreht im Kreis. Ich auch.

3 Sofort-Tipps, die Du direkt umsetzen kannst

  1. Wenn du eine Webseite gestaltest, denk an den Rasenmäher-Roboter. Und denk an Google. Strukturiere Deine Inhalte. Verwende echte Überschriften und formatiere diese entsprechend.
  2. Mach deine Links sprechend. Blinde Nutzer springen häufiger von Link zu Link. Vermeide daher Linktexte wie „Hier“ oder „Weiter“. Auch Google honoriert Linktexte, die das Thema der Zielseite abbilden.
  3. Beschreibe deine Bilder sinnvoll. Suchmaschinen wie Google, Bing oder DDuck Duck Go sind sehbehindert. Um die Informaiton eines Bildes zu erfassen, benötigt es Text. Hinterlege daher für jede Grafik mit Informationswert einen Alternativtex.t

Eine gute Seite funktioniert auch ohne Maus. Auch ohne Augen. Auch ohne Design. Sie funktioniert für Roboter. Und für Menschen wie mich.

Fazit

Ich lese Webseiten wie ein Rasenmäher-Roboter. Weil ich blind bin. Weil ich linear vorgehe. Weil mein Screenreader keine Farben sieht. Nur Struktur.

Wenn du das berücksichtigst, wird deine Seite besser. Für mich. Für Google. Und für alle, die nicht sehen, sondern verstehen wollen.

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In dieser Checkliste steckt die Erfahrung aus über 5 Jahren Zusammenarbeit mit Podcastern und das Lesen und Hören vieler Fachbücher, Podcasts und Blogs.
Lars Stetten, Autor

Lars Stetten ist Dein langjähriger Experte für die Themen SEO, Podcast-Marketing und Positionierung.

Als blinder Suchmaschinenoptimierer konzentriert er sich bei den Webseiten-Analysen auf das Wesentliche: Den Inhalt und die Struktur.

Lars nimmt Webseiten ähnlich wie Google wahr und führt Dich somit intuitiv auf die vorderen Plätze für mehr Sichtbarkeit und Reichweite. Es geht ihm um ein empathisches Online Marketing, so dass Dein Unternehmen entspannt wachsen kann.

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