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Personal Branding:
Warum Du keine Rampensau sein musst, um sichtbar zu werden

 

Viele Menschen blockieren sich selbst beim Thema Personal Branding.
Nicht, weil sie nichts zu sagen hätten.
Sondern weil sie glauben, sie müssten laut, extrovertiert oder permanent präsent sein.

Die gute Nachricht: Das stimmt nicht.

Personal Branding hat nichts mit Selbstdarstellung zu tun.
Und schon gar nichts mit einer Rampensau-Mentalität.

 

Ein weibliches Schwein (ähnlich Miss Piggy) steht im hellen Hosenanzug auf einer Rednerbühne vor einem Redepult und hält einen Vortrag vor einem Publikum als Sinnbild für eine Rampensau.

Was ist Personal Branding? – Definition leicht erklärt

Personal Branding bedeutet, sich als Selbstständiger bzw. Inhaber eines Unternehmens  bewusst als Personenmarke zu positionieren. Es geht darum, wie andere Dich und Dein Unternehmen wahrnehmen — beruflich, online und offline. Es ist ein strategischer Prozess, keine spontane Selbstdarstellung. Dabei nutzt Du Deine Persönlichkeit, Expertise und Kommunikation, um Deine Markenbotschaft bei anderen zu verankern. 

Warum Personal Branding heute wichtiger ist als je zuvor

Wir konsumieren tagtäglich eine Vielzahl von Informationen. Zu vielen Themen gibt es eine Vielzahl von Angeboten. Als Konsument wird es gerade in Zeiten von KI immer schwieriger, die Qualität einer hochwertigen Dienstleistung oder eines Produktes zu bewerten. Als Personal Brand kannst Du Dich glaubwürdig präsentieren. Menschen kaufen von Menschen.

Warum Personal Branding häufig missverstanden wird

Wir kennen sie alle, die Personal Brands, die im Rampenlicht stehen. Sie sind laut und ziehen viel Aufmerksamkeit auf sich. Braucht es aber wirklich diese Extrovertiertheit, um sich als erfolgreiche Personenmarke zu etablieren?

Nein, viel wichtiger als die Lautstärke ist es, klar erkennbar zu sein.

Wenn Du versuchst, jemand zu sein, der Du nicht bist, wirkt das angestrengt und künstlich. Deine Kontakte, die Dir folgen merken das.  

Ein Beispiel, was ich häufiger erlebe:
Ein Podcast beginnt mit einem bombastischen Intro, die Musik ist dramatisch, ein Sprecher kündigt in bedeutungsschweren Worten den Host an.

Und dann? Dann hören wir eine eher leise, zurückhaltende, fast schüchternde Stimme. Das passt nicht zusammen. Wenn so was häufiger passiert, wirkt es unauthentisch und kann zu Vertrauensverlust führen


Gute Personal Brands kennen ihre Expertise

Personal Branding ist  der bewusste Umgang mit Deiner fachlichen Identität.

Es geht darum:

  • wofür Du stehst
  • wie Du denkst
  • welche Themen Du einordnen kannst
  • und für wen Du relevant bist

Es geht also nicht in erster Linie darum, sich neu zu erschaffen. Viele laufen einem Trend oder einer Figur hinterher, die sie selbst nicht sind.

Eine gute Inszenierung funktioniert nur, wenn sie zu Dir passt. Du musst keinem Trend hinterherlaufen, künstlich emotional sein. Man kann auch Aufmerksamkeit erzeugen, ohne laut zu sein.

Personal Branding und Authentizität – was das wirklich heißt

Authentisch heißt nicht:

  • alles zu zeigen
  • immer spontan zu sein
  • jedem gefallen zu müssen

Viele verwechseln Authentizität mit bedingungsloser Offenheit. Authentisch bedeutet vielmehr, eine klare Haltung zu vermitteln unddie eigenen Werte und des Unternehmens konsistent rüber zu bringen.

-> Lege für Dich klar fest, wo Deine Grenzen sind, die Du nach aussen zeigen willst.

Du darfst auswählen, was Du zeigst. Das ist kein Betrug. Das ist professionelle Kommunikation.

Personal Branding und SEO: Sichtbar, ohne laut zu sein

Viele leise Experten unterschätzen die Möglichkeiten der Suchmaschinenoptimierung.

Dabei ist SEO perfekt für Personal Branding ohne Selbstdarstellung!

Infografik dazu, wie SEO das Personal Branding unterstützen kann.

Mit der richtigen SEO-Strategie kannst Du Dich als Experte positionieren, Du wirst für Deine Themen prominent bei Google und in den KI-Systemen gefunden. Dein Unternehmen, Dein Angebot und Du selbst wirst mit Deinen Themen stark verknüpft.

Und im Gegensatz zu anderen Marketing-Massnahmen bleiben diese Inhalte sichtbar, Du musst nicht ständig neue Inhalte produzieren, um gefunden zu werden.

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Warum der Rampensau-Mythos so hartnäckig ist

Viele verbinden Sichtbarkeit mit Social-Media-Dauerfeuer, polarisierenden Meinungen und extremer Selbstöffnung. Gerade auf Social Media entsteht hier ein verqueres Bild.  

Dieser Mythos hält vor allem die eher ruhigen pragmatischen Charaktere zurück, die eigentlich viel Substanz haben.

Und genau diese Menschen wären oft die wertvollsten Stimmen.

 

Personal Branding heißt nicht: ständig posten

Gerade auf Social Media hat man den Eindruck, dass man von morgens bis abends sein Leben teilen muss. Was für Influencer und Content Creators normal ist, gilt aber nicht für Personal Brands.

Klar sollten wir regelmässig unsere Zielgruppe mit neuen Inhalten versorgen, aber es gibt wichtigere Kriterien als die Frequenz.

Die häufigsten Fehler beim Personal Branding

Und wo wir gerade bei Fehlern waren, folgendes fällt mir immer wieder auf:

Fehler 1: Auf einen Trend aufspringen

Am auffälligsten ist das wohl beim Thema KI. Jeder schreibt und redet darüber. Das ist auch gut so, wenn es für Deine Zielgruppe relevant ist. Die Gefahr besteht aber, Deinen Markenkern zu verwässern. Du musst nicht jede neue KI-Studie zitieren oder Entwicklungen einordnen, die nicht zu Deinen Kernthemen gehören. Das erwartet Dein Publikum nicht und Du machst Dich im schlimmsten Fall unglaubwürdig.

 

Fehler 2: Auf möglichst viel Reichweite schielen

Gerade in der Suchmaschinenoptimierung galt lange das Prinzip: Umso mehr Traffic, desto besser. Wer hat nicht gerne 10.000 oder mehr Besucher pro Monat auf der Webseite?

Aber auch hier gilt:
Du musst nicht bei möglichst vielen, sondern bei den Richtigen im Kopf bleiben. Ein Blog oder Podcast mit nur wenigen tausend Besuchern kann völlig ausreichen und Dich zu einer Brand in Deiner Nische machen.

 

Fehler 3: Den Falschen nacheifern 

Wir alle kennen sie, die Lautsprecher in unserer Branche. Sie wirken selbstbewusst, fallen sofort auf und haben eine extrem hohe Präsenz. Gerade auf Social Media hat man schnell das Gefühl, dass nur solche Leute aus der Masse herausstechen. Dabei gibt es viele „Leisetreter“, die auch erfolgreich sind.

Es lohnt sich, sich mit diesen zu beschäftigen und nicht unbedingt mit denen, die überall genannt werden! Eine der wichtigsten Punkte beim Personal Branding ist, sich einzigartig zu positionieren.

 

Fehler 4: Fehlende Konsistenz

Unsere Ansprache sollte über alle Kanäle hinweg eindeutig und auf einander abgestimmt sein.

Die Realität sieht aber häufig so aus:

  • Im Podcast wird geduzt und auf der Webseite gesiezt
  • Auf Social Media steht im Profil „Freelancer“, auf der Startseite „Berater“.
  • Die Themen auf dem Blog sind nicht auf den Podcast abgestimmt.

Unsere Aussenwirkung wird auf diese Weise beliebig und wir gehen in der Masse an Informationen und Angeboten unter.

 

Fehler 5: Sich hinter dem eigenen Angebot verstecken

Vielleicht sagst Du jetzt:
Bei den grossen Marken wie Bosch, Haribo oder Adidas kennen wir auch nicht die Köpfe dahinter. Das stimmt zum Teil, aber solche grossen Unternehmensmarken funktionieren nach anderen Mechanismen. Gerade in umkämpften Nischen-Märkten bietet Personal Branding eine grosse Chance.

 

Überblick: Die 5 grössten Fehler im Personal Branding

FehlerLösungBeispiel
Auf ein Trend aufspringen Inhalte erstellen, bei denen Erfahrungen aus 1. Hand vorhanden sindKI-Hype
Auf möglichst viel Reichweite schielenKlarer ThemenfokusMöglichst viel SEO-Traffic
Den Falschen nacheifernDie eigenen Werte identifizierenGrosse Social Media Influencer
Fehlende KonsistenzKlare Brand VoiceAnsprache über alle Kanäle hinweg
Sich hinter dem eigenen Angebot versteckenOffene Kommunikation der Entscheider, klare HaltungNicht wie grosse Unternehmensmarken zu kommunizieren

Typische Blockaden beim Personal Branding

Stellst Du Dir auch manchmal folgende Fragen?

Was soll ich überhaupt erzählen, es wurde doch schon alles gesagt?

Was denken wohl die Leute, wenn ich das schreibe?

-> Dahinter steckt die Angst vor Ablehnung und ein lähmender Perfektionismus.

Die Lösung ist:
Denke an Deine Zielgruppe die Dich kennt und die Du kennst. Ihr habt idealerweise die gleichen Werte und sie verstehen Dich und Deine Inhalte. Sprich regelmässig mit ihnen über Deine Herausforderungen und wie Du diese lösen kannst.

Personal Branding: Auch was für Introvertierte und leise Experten

Introvertierte haben oft Stärken, die im Personal Branding enorm wertvoll sind:

  • Klare Analyse
  • Strukturierte Gedanken
  • Tiefe statt Oberfläche
  • Ruhe statt Reizüberflutung

Wenn Du diese Stärken sichtbar machst, entsteht Vertrauen.
-> Und Vertrauen ist die härteste Währung im Personal Branding.


Zwei Beispiele für ruhige aber erfolgreiche Personal Brands

Beispiel 1: Matthias Niggehoff

Matthias ist studierter Psychologe und hat sich mit seinem Kernthema der Verkaufspsychologie einen echten Namen in der Marketing-Branche gemacht.

Die meisten kennen ihn wohl über seinen Podcast: „Vorsprung im Marketing mit Verkaufspsychologie“. Auch ich bin so auf ihn aufmerksam geworden. Dort teilt er sehr klar und analytisch sein Wissen zur Verkaufspsychologie, in einer verständlichen und nachvollziehbaren Art und Weise.

Ich habe ihn zudem schon 2018 auf der Bühne als ruhigen, klaren Redner kennengelernt, der durch seine tiefen Einblicke in das Kundenverhalten und die psychologischen Mechanismen besticht.

Beispiel 2: Svenja Walter

In unserer Podcast-Episode „Muss ich wirklich zur Rampensau werden?“ hatte meine Co-Hostin Valerie Wagner beim Stichwort „Personal Brand“ direkt einen Namen im Kopf. Svenja Walter ist ein weiteres Beispiel für ein leises, aber sehr klar positioniertes Personal Brand.

Svenja Walter gehört zu den Online-Pionierinnen im deutschsprachigen Content- und Storytelling-Bereich und bloggt seit Anfang der 2000er Jahre – bekannt geworden ist sie als „Mum Bloggerin“ mit zeitweise mit bis zu 250.000 LeserInnen pro Monat. bevor der Begriff „Influencerin“ überhaupt geläufig war.

Sie arbeitet mit ihrer Agentur zu Waltermedia seit über 20 Jahren daran, auf strukturierte Weise eine digitale Narration für Unternehmen aufzubauen, Storytelling-Prozesse zu vermitteln und dabei klassischen Content wie Text mit modernen Formaten (z. B. Social Media, GIFs, Videos) zu verknüpfen.


Beginne mit einem Format, bei dem Du Dich wohlfühlst

Ich war früher in der Schule extrem unauffällig. Ich war der letzte, der sich meldete. Ich weiß, dass es bei uns eine Theater AG gab und ich hätte mir nie vorstellen können, da mit zu machen. Ich, der Sehbehinderte, den keiner richtig ernst nahm.

Das änderte sich in meinem Studium, da hatte ich zum ersten Mal die Chance, meine Leidenschaft, nämlich das Betriebssystem Linux, einem größeren Publikum zu zeigen.

Es war 2005, ich stand auf einer Bühne auf der CeBit, der damals größten Technologie-Messe und ich merkte, es macht mir Spaß. 

Auf der Bühne spürte ich die Energie des Publikums.

Nun sind die Bühne oder Vorträge allgemein nicht für jeden etwas, aber es geht darum, einen Kanal und ein Format zu finden, wo Du Dich richtig wohlfühlst. Das kann ein Newsletter, ein Audio-Podcast oder auch ein Blog sein.  

Das gilt sowohl für Unternehmensinhaber, wie auch für Marketing-Verantwortliche oder Solo-Selbstständige.


So wirst Du zur Personal Brand:
Schritt für Schritt

Schritt 1: Deine Positionierung klar definieren

Beginne mit Fragen wie:

  • Was macht mich einzigartig?
  • Welche Werte verkörpere ich?
  • Welche Zielgruppe will ich erreichen?

Je klarer Du Deine Identität formuliert hast, desto leichter fällt Dir das strategische Handeln. 

Darstellung eines Gespräches mit und ohne klarer Positionierung.

Schritt 2:  Themenkern und Botschaft entwickeln

Definiere Dein Thema und Deine Botschaft. Eine starke Marke hat ein klares Versprechen, eine eindeutige Richtung und einen erkennbaren Stil. Je klarer Deine Botschaft ist, desto schneller wird sie verstanden.

Mit Hilfe von Suchmaschinenoptimierung kannst Du dann für Deine Themen gefunden werden und Du wirst als Experte wahrgenommen. 

Schritt 3: Deine Story

Geschichten bleiben im Kopf. Ja, wir können durch unsere Kompetenz und Expertise Bindung erzeugen, aber um unsere Wiedererkennbarkeit zu steigern, helfen Stories.

Welche Anekdoten spiegeln die Werte von Dir und Deinem Unternehmen wieder? 

Schritt 4: Sichtbarkeit erzeugen – Content & Kanäle

Content ist ein Kerninstrument.

Gute Inhalte zeigen:

  • Deine Expertise
  • Deine Persönlichkeit
  • Deinen Mehrwert

Blogs, Posts, Interviews, Videos oder Podcasts helfen Dir, Dich regelmäßig zu zeigen. Wiederhole Deine Kernbotschaften und bleib dabei authentisch. 

Mein Tipp:
Beginne am Anfang mit maximal 2 Kanälen auf denen Du präsent bist und baue dort Deine Reichweite auf, später kannst Du noch mehr Kanäle dazunehmen.

Schritt 5: Den Erfolg des Personal Branding messen

Es gibt viele Messgrößen; diese alle aufzuzählen, würde diesen Beitrag sprengen.

Ein paar Beispiele für passende KPIs sind:

  • markenbezogene Suchanfragen bei Google
  • wiederkehrende Besucher oder Hörer
  • Empfehlungen oder Bewertungen
Infografik zu den Messgrößen des Personal Brandings

Fragen und Antworten zum Thema Personal Branding

Was ist Personal Branding in einem Satz?

Personal Branding ist der strategische Aufbau von Vertrauen durch klare fachliche Positionierung.

Wie starte ich mit Personal Branding?

Beginne mit einer klaren Positionierung. Dazu gehört u.a. die Bestimmung klarer Werte. Formuliere eine klare Botschaft und entwickle eine konsistente Content-Strategie über dazu passende Kanäle.

Muss man für Personal Branding extrovertiert sein?

Nein. Personal Branding funktioniert auch für introvertierte Menschen. Entscheidend ist eine konsistente Aussenwirkung. Es geht darum, Themen verständlich zu kommunizieren, nicht um Lautstärke.

Was ist der größte Irrtum beim Personal Branding?

Der grösste Mythos beim Personal Branding ist, dass man sich zu einer omni-präsenten Person entwickeln muss, die durch lautstarke Botschaften Aufmerksamkeit erzeugt und so Kunden gewinnt. 

Warum scheitern viele beim Personal Branding?

Viele Selbständige und Inhaber von kleinen Unternehmen versuchen, Rollen zu spielen, statt ihre echten Stärken sichtbar zu machen.

Warum profitieren Führungskräfte von Personal Branding?

Führungskräfte profitieren besonders, weil sie Einfluss und Glaubwürdigkeit brauchen. Sichtbarkeit kann Karrierechancen erheblich verbessern. 

Fazit: Du musst keine Rampensau sein

Personal Branding verlangt nicht, dass Du Dich verbiegst. Es verlangt eine klare Positionierung, eine klare fachliche Haltung und ein verständliches Angebot für Deine Zielgruppe.

Wenn Du versuchst, lauter zu sein als Du bist, verlierst Du Energie.
Wenn Du lernst, Dich verständlich zu positionieren, gewinnst Du Sichtbarkeit bei Deinen potentiellen Kunden.

Lars Stetten, Autor

Lars Stetten ist Dein langjähriger Experte für die Themen SEO, Podcast-Marketing und Positionierung.

Als blinder Suchmaschinenoptimierer konzentriert er sich bei den Webseiten-Analysen auf das Wesentliche: Den Inhalt und die Struktur.

Lars nimmt Webseiten ähnlich wie Google wahr und führt Dich somit intuitiv auf die vorderen Plätze für mehr Sichtbarkeit und Reichweite. Es geht ihm um ein empathisches Online Marketing, so dass Dein Unternehmen entspannt wachsen kann.

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