3. Teil: Wie ich Inhalte wahrnehme, um diese zu optimieren

In meinem heutigen Blogbeitrag soll es um Inhalte gehen. Als Blinder sind mir hier Text- oder Audioinhalte am liebsten. Warum das? Weil diese am zugänglichsten sind, ich also niemanden brauche, um diese zu erfassen.

Google mag Text

Das schöne daran ist, dass es Google ähnlich geht. In erster Linie ist Google eine Textsuchmaschine. Das heisst zum Beispiel, dass es schwierig ist, mit einer Webseite für einen Suchbegriff bei Google oben zu stehen, wenn kaum Text auf der Startseite zu finden ist. Google erfasst natürlich auch Bilder und Videos, aber ohne Text ist es für Google schwierig zu entscheiden, zu welchen Begriffen der Inhalt passt.

Fokus und Perspektivwechsel

Wenn ich mir Texte auf einer Seite anhöre, um diese zu optimieren habe ich eine ganz eigene Vorgehensweise. Ich höre mir die Texte genau an und ertaste die Wörter mit den Fingern auf der Braillezeile. Dabei bin ich komplett auf den Text fokussiert und lasse mich nicht von anderen – meist grafischen – Inhalten ablenken. Ich versetze mich in diesem Augenblick in die Rolle des- oder derjenigen, an die oder den sich der Text wendet. So bekomme ich einen Eindruck vom emotionalen Wert des Inhaltes. Ich möchte den Text verstehen und Spaß haben, ihn weiterzulesen. Mein Fazit: Google liebt nur Inhalte, die auch von Menschen gemocht werden.

Auch Bilder, Tabellen und Videos sind wichtig

Auch wenn der reine Text für Google eine wichtige Rolle spielt, geht es in erster Linie um den Menschen. Und hier sind ansprechende Bilder, lustige oder nützliche Videoinhalte oder eine Tabelle, die einem einen Überblick bietet, das Salz in der Suppe. Ich lasse mir Bilder und Videos beschreiben und lasse diese auf mich wirken. So kann ich hier nützliche Tipps geben.

Vom Intuitiven zum Analytischen

Zu diesem Zeitpunkt habe ich oft schon einige Ideen, um den Inhalt, den sogenannten Content zu veredeln. Danach setze ich gedanklich meine analytische Brille auf. Ich prüfe die Texte mit verschiedenen Tools, um herauszubekommen, welche Themen noch angesprochen werden sollten und teste, wie die Besucher sich verhalten, wenn sie die Seite besuchen.

Content ist Teil ihres Zieles

Nun ist es schön, wenn ihre Besucher den Inhalt toll finden. Sie bauen so Vertrauen zu ihnen auf. Aber eine Webseite ist mehr als eine erweiterte Visitenkarte, sie ist ihr Kanal, um ihre Ziele zu erreichen.
Das bedeutet, dass Sie ihren Besucher leiten sollten. Bringen sie ihn oder sie ins Handeln, beispielsweise zum Anmelden bei einem Newsletter. Wenn ich mir also einen Inhalt anhöre, dann betrachte ich diesen im Gesamtkontext der Ziele, die sie verfolgen. Der gesamte Prozess der Contentveredelung findet im ständigen Austuasch mit Ihnen statt. Sie kennen ihren Kunden am besten. Mit guten und spannenden individuell zugeschnittenen Inhalten hat man die Chance, genau die Kunden zu gewinnen, die zu einem passen.

2. Teil: Kurzanalyse von Webseiten

In diesem zweiten Teil möchte ich Ihnen anhand von einigen Beispielen aufzeigen, wie ich arbeite, wenn ich mir eine Webseite zum ersten Mal ansehe. ‚Ansehen‘ ist hier nur bedingt wortwörtlich zu nehmen. Wie schon erwähnt, kann ich mit einer Vergrößerung noch ein wenig die Seite erkennen und so grobe Elemente identifizieren. Vorrangig arbeite ich aber mit dem Gehör. Dazu nutze ich eine Sprachausgabe, zum Beispiel die von Apples Programm VoiceOver. Zudem steht mir die Braillezeile zur Verfügung, insbesondere um Texte gründlich zu lesen.

Audiobeispiel für eine Navigation mit Sprachausgabe

Online Marketing Tools sind nicht alles

Es gibt unzählige Tools, um Webseiten analysieren zu lassen. Einige davon sind auch kostenlos nutzbar. Was aber kein Tool leisten kann, ist, zu beschreiben, wie eine Webseite wirkt, wenn man Sie das erste Mal besucht. Hier achte ich naturgemäß weniger auf stilistische Feinheiten, sondern darauf, ob die möglichen Erwartungen erfüllt werden. Natürlich wäre es von mir vermessen, die Erwartungen Ihrer Besucher durch eine Kurzanalyse richtig einschätzen zu wollen. Hierzu sind ausführliche Gespräche mit Ihnen notwendig.

Der erste Eindruck zählt

Manche Webseitenbetreiber stecken viel Zeit und Geld in ihr Layout. Natürlich ist auch mir bewußt, dass schöne Bilder oder ein hübsch gestaltetes Menü sich positiv auswirken können. Aber was wirklich hübsch ist, ist bekanntlich Geschmackssache. Daher sehen beispielsweise meist Rechtsanwalts-Seiten ganz anders aus als Webseiten von Künstlern. Häufig orientieren sich die Webseitenbetreiber bei der Gestaltung an ihrem eigenen Stil, wobei es ja eher darum gehen sollte, den Geschmack der Kunden zu treffen. Natürlich kann auch dieser jeweils sehr verschieden sein. Wenn ich eine Webseite analysiere, versuche ich mich also an objektiveren Elementen zu orientieren. Und das Schöne ist, dass man dafür nicht sehen können muss.

Zunächst navigiere ich einmal komplett durch die Startseite. Hierzu benötige ich keine Maus, sondern das mache ich komplett mit einer ’normalen‘ Tastatur. Dabei wird mir jedes Element und dessen Status, z.B. ein Menüpunkt, vorgelesen und angesagt, ob dieser Menüpunkt noch Unterpunkte hat.

Meist beginnt die Webseite mit einer Navigationsleiste. Wichtig sind hier die Bezeichnungen der Menüpunkte. Danach lasse ich mir den Fließtext vorlesen, soweit vorhanden. Neben Bildern und anderen grafischen Elementen ist Text für Google immer noch am wichtigsten. Zum Fließtext gehören die Überschriften. Sind diese logisch aufgebaut und wie sind diese formatiert? Auch schaue ich, ob andere Elemente wie Aufzählungen oder Verlinkungen zu anderen Inhalten vorhanden sind.

Danach versuche ich, mich in die Rolle der Person, an die sich diese richtet zu versetzen. Ist der Text für mich verständlich? Fühle ich mich verstanden und wer steckt eigentlich hinter der Seite? Ich fokussiere mich also komplett auf Ihre Inhalte und lasse mich nicht von „Nebenschauplätzen“ wie Buttons oder anderen Layoutelementen ablenken.

Google kennt den Geschmack Ihrer Kunden

Das Verhalten Ihrer Besucher ist entscheidend für Ihr Ranking bei Google. Wenn die meisten Besucher ihre Webseite direkt nach dem Sie auf das Suchergebnis bei Google geklickt haben wieder verlassen, ist das ein eher negatives Signal für Google. So weiß die Suchmaschine, dass die Erwartung des Besuchers nicht erfüllt wird. Das kann dazu führen, dass Ihre Webseite für den Begriff, den der Besucher vorher bei Google eingegeben hat, schlechter positioniert wird.

Das Ziel der Seite

Wenn ich für Sie eine Seite kostenlos vorab analysiere, frage ich Sie nach Ihren Kunden oder Klienten, die Sie erreichen wollen.
Das wichtigste ist aber Ihr Ziel. Das können mehr Anfragen oder Abverkäufe sein oder etwas ganz Anderes. Hierzu schaue ich mir auch wichtige Unterseiten an.

Es kommt auf die Suchbegriffe an

Gerade für Berater und Coaches ist es wichtig, sich von anderen Webseiten abzuheben. Es gibt unzählige Coaching- und Beraterseiten im Netz. Noch bevor ich das erste Tool anrühre, erhalte ich einen Eindruck, für welche Begriffe die Seite bei Google zu finden sein könnte. Die Suchbegriffe sind das kostenlose Tor zu Ihnen. Ansonsten ist es so, als wären Sie im 37. Stock eines Hochhauses zu finden und unten steht auf einem kleinen Klingelschild nur ihr Nachname in Handschrift geschrieben.

Der Rundumschlag – die Analyse Tools

Zu diesem Zeitpunkt der Analyse habe ich meist schon mindestens drei Potentiale gefunden, mit denen Sie Ihre Ziele besser erreichen können. Darüberhinaus nutze ich noch Tools, um mir u.a. die technischen Details und mögliche Probleme anzeigen zu lassen.

Das alles kann ich machen, ohne zu sehen. Ich lasse mich nicht von visuellen Effekten ablenken. Es sieht vielleicht chic aus, Google hat aber wenig Gefühl für Kreativität. Und sind wir mal ehrlich, wenn ein möglicher Kunde in der S-Bahn mit dem Smartphone auf Ihre Seite kommt, dann möchte er direkt wissen, ob Sie der Richtige für sein Problem sind und hat meist wenig Muße, sich an gestalterischen Dingen zu erfreuen.

Immer für Sie persönlich zugeschnitten

Gerade als Coach oder Berater sind Sie als Mensch ihr wichtigstes Aushängeschild. Daher gehört zu jeder Analyse auch ein persönliches Gespräch. Ihr Charakter, Ihre Stärken und Ihre Leidenschaften sind entscheidend bei der Optimierung ihrer Webseite. In diesem Gespräch stelle ich Ihnen meine Kurzanalyse vor. Dies ist eine gute Basis für eine längerfristige Zusammenarbeit.

Kurzer Ausblick auf Teil 3:

Im folgenden Teil wird es noch mehr um die Inhalte auf der Webseite gehen. Ich erkläre, was ich unter „Content-Veredelung“ verstehe und wie dies zur Erreichung Ihrer Ziele beiträgt.

 

Mit dem Gehör optimieren – wie funktioniert das?

Dieser Blog soll dazu dienen, dass Sie ein wenig „hinter die Kulissen“ meiner Arbeit blicken können und mich noch ein wenig näher kennenlernen.

Ich starte hiermit die Blogartikel-Serie „Mit dem Gehör optimieren“.
Im ersten Artikel soll es um meine Hilfsmittel gehen, die ich tagtäglich einsetze. Sie sind die Voraussetzung, damit ich letztendlich eine Webseite gut analysieren kann. Ich nutze zwar nicht nur das Gehör für die Optimierung, aber dieses ist sehr entscheidend, sodass ich mich für diesen Titel entschieden habe.

Ein sehr persönliches Interview

Anlass für diese Blogserie ist das Interview mit mir im Content Performance Podcast.
Hierfür möchte ich Fabian Jaeckert und Benjamin O’Daniel ganz besonders danken. Ich höre ihren Podcast schon seit etwa einem Jahr. Die beiden kommen einfach super natürlich rüber und ich habe schon viel von ihnen gelernt. Also eine absolute Empfehlung!

Die Sprachausgabe als täglicher Begleiter

Mein Alltag, sowohl beruflich als auch privat, wird häufig von einer Sprachausgabe begleitet. Ob ich nun vor dem Rechner sitze oder in der Berliner S-Bahn, ich habe oft einen Stöpsel im Ohr. Sprachausgaben gibt es schon so lange ich denken kann. Natürlich hat sich die Qualität über die Jahre verbessert. Wer von Ihnen ein iPhone besitzt, kann sich das gerne mal selbst anhören. Einfach in die Einstellungen unter „Allgemein“ – „Bedienungshilfen“ Voice Over einschalten. So kann ich bequem von unterwegs Webseiten betrachten oder diese auf ihre Mobiltauglichkeit prüfen. Aber auch am Laptop reicht mir eine Software aus, um mir alles vorlesen zu lassen.

80er Braillezeile oberhalb einer Standardtastatur

Die Braillzeile – mein Ersatzmonitor

Für das Lesen, Verfassen und Analysieren von Textinhalten nutze ich zusätzlich eine Braillezeile. Das ist ein Ausgabegerät, welches mir zeilenweise die Informationen tastbar darstellt. Louis Braille war der Erfinder der Blindenschrift. So ist ein präziseres Arbeiten möglich, da ich beim Lesen jedes einzelne Zeichen „fühle“. Bei einer Sprachausgabe lässt sich ein „dass“ schwer von einem „daß“ im normalen Lesefluss unterscheiden.

Der Screenreader – ähnlich wie ein SEO Tool

Nun ist es schön, dass mir alles vorgelesen werden kann. Es würde mir aber bei der Arbeit kaum etwas helfen, wenn diese Sprachausgabe mir eine Webseite von vorne nach hinten vorliest. Um den Optimierungsbedarf einer Seite zu bestimmen, muss ich mir erst einen Eindruck von der Struktur machen.
Als Hilfsmittel dient mir hier der sogenannte Screenreader. Das ist ein Stück Software, welches die Struktur einer Bedienoberfläche oder einer Webseite analysiert. Dieser funktioniert ähnlich wie ein technisches Analysetool oder der Google Crawler. Das Programm schaut sich das technische Grundgerüst einer Webseite an. In der Praxis wird beim Besuch einer Seite erst der Seitentitel vorgelesen und zudem Informationen über die Stelle, an der ich mich gerade befinde. Ich kann nun bestimmte Merkmale einer Seite betrachten und zum Beispiel feststellen, dass eine Seite gar keine Überschrift besitzt oder diese falsch formatiert ist. So kann ich mir schnell einen Überblick verschaffen.

Wie ich Dinge wahrnehme

Durch meine besondere Arbeitsweise nehme ich natürlich eine Webseite anders wahr als eine normal sehende Person. Ich habe den Fokus auf textliche Inhalte sowie die Struktur. Das hat den Vorteil, dass ich auf diese Weise schnell Probleme aufspüren kann, welche Google mit der Seite haben könnte. Genauso kann ich mir einen Eindruck verschaffen, ob ein Text aus Kundensicht ansprechend ist.

Nun ist es mir aber sehr wichtig zu wissen, wie Sie als Kunde die Webseite betrachten. Daher hilft mir meine sehende Assistenz und beschreibt mir jede kundenrelevante Seite. Da ich selbst früher noch ganz gut sehen konnte, habe ich eine genaue Vorstellung von der Seite oder dem Online Tool.

Warum Google sehbehindert ist

Die Rolle von Bildern, Videos oder anderen grafischen Elementen ist mir bewußt. Trotz alledem kann Google bis heute nicht zuverlässig den Inhalt von Bildern oder Videos beschreiben. Wenn Sie also nach einem Video suchen, in dem ein grünes Krokodil vorkommt, dann sollte irgendwo das Wort in der Beschreibung oder im Titel vorkommen. Wenn dort von einem braunen Salamander gesprochen wird, wird die Suche dieses Video nicht finden. Hier wird sich in naher Zukunft noch einiges tun. So beschreibt mir Facebook jetzt schon grob, was auf einem Bild zu sehen ist, obwohl keine Beschreibung hinterlegt ist. Auch Google Photos findet Bilder zu einem Suchbegriff ohne das dieser im Namen, in der Beschreibung oder in Schlagworten vorkommt. Dank künstlicher Intelligenz und komplexen Bildanalyse-Verfahren können so die Bilder erkannt werden.
Es ist also nur eine Frage der Zeit, dass Bilder auch für Sehbehinderte beschrieben werden. Das könnte das Ende des alt-Tags sein.

Vorschau: die Vorabanalyse

Ich hoffe, Sie haben einen ersten Eindruck bekommen, wie ich arbeite. Im nächsten Artikel beschreibe ich, wie ich vorgehe, wenn ich eine Vorabanalyse einer Webseite durchführe.

Senden Sie mir ihre Wünsche und Fragen

Nun ist es soweit. Ich bin Freiberufler! Es gibt noch ein paar bürokratische und organisatorische Hürden zu nehmen, aber das Gröbste ist geschafft.

Bestimmt haben sie sich schon ein wenig über mich informiert.
In den nächsten Wochen werde ich ausführlich beschreiben, wie Sie sich weiterentwickeln können, um ihre Ziele zu erreichen- mit meiner Begleitung als Coach oder/und
empathischer Marketing Berater.

Ich möchte die Zeit nutzen, um Themenvorschläge rund um Online Marketing, Barrierefreiheit, Coaching, Inklusion, Blindenfussball, Empathie, Vertrauen und vieles mehr zu sammeln.

Ich freue mich auf ihre Kommentare.